Die aktuellen Beschlüsse des Koalitionsausschusses senden ein gemischtes Signal an den Einzelhandel – auch für Schuhhändler. Während kurzfristige Entlastungen erahnen sind, fehlen die dringend benötigten strukturellen Reformen.
1. Leichte Hoffnung für den Konsum
Eine geplante Entlastung bei der Einkommensteuer kann die Kaufkraft stärken – ein positives Signal für den Schuhhandel, obgleich noch nichts Konkretes bekannt ist. Mehr verfügbares Einkommen könnte die Nachfrage nach Mode und Schuhen leicht beleben.
Entscheidend bleibt jedoch: Eine mögliche Gegenfinanzierung über die Mehrwertsteuer würde diesen Effekt sofort zunichtemachen. Dass dies bisher nicht in den Vorschlägen auftaucht, ist ein entscheidender Erfolg für die Handelsbranche.
2. Zusätzlicher Druck bei Personal
Eine Mogelpackung. Die Möglichkeit einer steuerfreien Prämie von bis zu 1.000 Euro klingt zunächst attraktiv. In der Praxis bedeutet sie jedoch für Arbeitgeber vor allem eines: steigende Erwartungen der Mitarbeitenden. Für viele Schuhhändler ist diese Zahlung aktuell wirtschaftlich kaum darstellbar – Konfliktpotenzial inklusive.
3. Energie und Logistik bleiben Kostentreiber
Die kurzfristige Senkung der Steuer auf Diesel und Benzin um 17 cent ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wichtige Maßnahmen wie eine dauerhafte Senkung der Stromkosten fehlen komplett. Für den Schuhhandel heißt das: hohe Betriebskosten bleiben ein zentrales Problem.
4. Minijobs unter Druck
Gerade im Schuhhandel sind Minijobber essenziell, um Stoßzeiten abzudecken. Mögliche steigende Abgaben würden die Flexibilität deutlich einschränken und die Personalkosten weiter erhöhen.
5. Mehr Bürokratie statt Entlastung
Die geplanten Verschärfungen im Kartellrecht bringen zusätzliche Unsicherheit und potenziell mehr Verwaltungsaufwand für einige Unternehmen. Ein klarer Nutzen für den Handel lässt sich nicht ableiten.
Fazit
Die Beschlüsse bringen allenfalls kurzfristig etwas Rückenwind für den Konsum, lösen aber keine der zentralen Herausforderungen des Schuhhandels. Kosten bleiben hoch, strukturelle Entlastungen fehlen. SABU wird weiterhin, unter anderem über den Handelsverband Deutschland (HDE), auf eine Verbesserung der Situation einwirken.